Referrer-Spam: Seltsame Traffic-Quellen in Analytics

11.06.2015

Wer als Webmaster von Zeit zu Zeit seine Webseiten-Statistiken überprüft (z.B. Google Analytics), wird vielleicht auch etwas merkwürdiges feststellen. So findet man unbekannte Traffic-Quellen, über die anscheinend einige Besucher auf die Webseite kommen. Beispiele dafür sind:

  • traffic2cash.xyz
  • 4webmasters.org
  • share-buttons.xyz
  • trafficmonetize.org
  • net-profits.xyz
  • free-social-buttons.com
  • best-seo-offer.com
  • social-buttons.com
  • semalt.semalt.com
  • 100dollars-seo.com
  • ilovevitaly.com

Doch die Freude über neue Webseiten-Besucher währt nur kurz: Denn schaut man sich diesen seltsamen Traffic dann etwas genauer an, so wird schnell klar. Es handelt sich um sog. Bot-Traffic oder Referrer-Spam, also Traffic, der nicht von Menschen, sondern von Maschinen erzeugt wird. Klarer Indikator ist die durchschnittliche Sitzungsdauer, die meist bei wenigen Sekunden liegt, sowie die Aktivität, die gegen Null geht (Absprungrate nahe 100%, Seiten pro Sitzung gegen 1).

Beispiel aus Google Analytics:

Seltsame Trafficquellen

Beispiel für merkwürdige Traffic-Quellen

Wo findet man diese Trafficquellen in Goolge Analytics?

Wer Google Analytics als Analysetool nutzt, der findet diese Quellen unter dem Menüpunkt „Akquisition„, dann „Alle Zugriffe„, dann „Quelle/Medium“ oder auch „Verweise„.

Doch was hat es damit auf sich und wer steckt dahinter?

Die Erklärung ist hier leider so banal wie einfach. Die Hintermänner wollen genau das erreichen, was jeder Webmaster zunächst macht, der diese angebliche Traffic-Quelle entdeckt: Er öffnet die Webseite!

So generieren die Hintermänner hohen Traffic, der wiederum zu Geld gemacht wird. Wir empfehlen also derartige Quellen erst gar nicht zu öffnen und ggf. zu blockieren (s. nächste Punkte).

Wer hinter diesen fragwürdigen Maßnahmen steckt ist nicht zu ermitteln. Betreiber solcher Referrer-Spam Seiten verbergen sich in der Regel immer hinter Domains, die vollkommen anonym geführt werden können (.com, .xyz, .org etc.)

Was kann ich gegen diese Quellen tun?

Das Nervige an diesem Bot-Traffic und Referrer-Spam ist die Verfälschung der eigenen Statistiken. Die durchschnittliche Bounce Rate wird extrem gesteigert, während die durchschnittliche Haltezeit in den Keller geht. Doch was kann man dagegen tun?

Wenn Ihr Google Analytics verwendet, so empfehlen wir zunächst diesen Bot-Traffic zu filtern. Dies geht ganz einfach mit dem Setzen eines Hakens hier: 

Bot Traffic in Google Analytics filtern

Bot Traffic in Google Analytics filtern

Und so kommt Ihr zu dieser Option:

  1. Google Analytics öffnen, anmelden und dann oben auf „Verwalten“ klicken
  2. Unter „Konto“ (ganz rechts) die gewünschte Seite auswählen und unter „Datenansicht“ (ganz links) dann auf „Einstellungen der Datenansicht“ klicken
  3. Nun könnt Ihr „Alle Treffer von bekannten Bots und Spidern ausschließen“ anhaken

Doch es werden auch weiterhin Referrer-Spam Quellen auftauchen! Es empfiehlt sich daher diese über die Verweis-Ausschlussliste in Google Analytics zu sperren. Hier findet Ihr die entsprechende Anleitung.

Doch der Referrer-Spam ist mit den soeben genannten Maßnahmen nicht entfernt, sondern wird nur herausgefiltert und taucht somit nicht mehr in Euren Statistiken auf. Er existiert aber leider weiterhin.

Eine gute Anleitung zum kompletten Blockieren von Referrer-Spam befindet sich auf SEO-Summary. Allerdings sollte man sich dabei als Webmaster mit .htaccess gut auskennen.

Auch auf Wikipedia gibt es einen Eintrag samt Abwehr-Tipps.

Wie ist Eure Erfahrung?

Habt auch Ihr bereits Erfahrungen mit Referrer Spam sammeln können? Dann teilt uns dies per Kommentar hier mit:

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9 Kommentare für “Referrer-Spam: Seltsame Traffic-Quellen in Analytics”

  1. Mario

    Diese und ähnliche Bots turnen auch auf meinen Seiten herum.

    Ich denke, das darüber zum einen Traffic erzeugt werden soll und zum anderen könnte damit den besuchten Webseiten „Schaden“ zugefügt werden.

    Letzteres ist nur eine Theorie, aber bei genauem Nachdenken durchaus plausibel.
    Google wertet ja unter anderem auch die Aufenthaltsdauer der Besucher. Springen zu viele sofort wieder ab und ist die Verweildauer extrem kurz, dann kann das negative Auswirkungen auf das Ranking der Seite haben.

    Ich hoffe natürlich, das Google solche Bots nicht für irgendwelche Rankings heran zieht und diese filtert.

    Nächste Theorie ist Backlinkaufbau durch veröffentlichte Statistiken.
    Leider haben viele Webmaster ihre Stats öffentlich im Netz (warum auch immer).
    Die Bots verbreiten die entsprechenden Links und bekommen dadurch Backlinks.
    Sucht man z.B. nach „best-seo-offer.com“, dann hat man bereits auf Seite 2 und 3 die ersten Webseiten-Stats.

    Antworten
  2. Jacqueline

    Ich habe auch solche Ref – was wirklich ärgerlich ist, den es sind an manchen Tag 70 oder 80 Öffnung – ich konnte mir das bis jetzt nur so erklären, das die SEO Maßnahmen die ich bei ebay gekauft hatte, und dann wurde irgendwie über „Ping Dienst“ genutzt?!

    Aber ein wirkliches Warum kenne ich auch nicht…

    Antworten
    1. Atze

      Bei ebay kann man Seo Maßnahmen kaufen? Wie sieht das genau aus?

      Und manche Bots muss man trotzdem noch Manuel Ausschließen

  3. Mario

    @Atze
    Bei eBay werden z.B. Backlinks angeboten oder Traffic.
    Naja, wenn man die Preise sieht weiß man eigentlich schon, das es nichts bringt.

    Antworten
  4. PeterB

    Vielen Dank für den Tipp den Bot Traffic zu filtern und die Anleitung für die Verweis-Ausschlussliste. Damit ist das Problem nicht direkt gelöst, da die Statistik leider immer noch verfälscht ist. Hoffen wir mal das Google selbst bald mal sich dieser Sache annimmt.

    Antworten
  5. Frank

    Auch wenn man die Bots per Filter blockiert, kommen immer wieder neue. Es ist ein endloser Kreislauf aus Bot ermitteln und Filtern. Mit manuellen Maßnahmen ist es unmöglich gegen eine Maschine zu gewinnen.

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  6. Matze

    Bisher hatte ich Glück und ich wurde von diesen Bots verschont. Ich kam auch spontan auf die manuelle Maßnahmen zu ergeifen, um die Bots auszuschließen. Aber ich muss Frank recht geben. Da hat man wohl keine Chance…

    Antworten
  7. Rene

    Ich betreibe eine web design firma in Brasilien und habe teilweise auch diese probleme. Abhilfe kann man darin schaffen in dem man die ip von denen ausforscht und anschliessend diese bots in htacessdatei blockiert.

    Antworten
  8. Luca Steeb

    Man kann oft auch solche Seiten anschreiben und ihnen mitteilen, dass man seine Seite entfernt haben möchte, bei 10khits oder so ähnlich hat es bei mir funktioniert.

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