zanox AGB Änderungen – großes Risiko für Publisher?

12.02.2014

zanox-agb-aktualisierung

UPDATE 14. Februar 18:45 Uhr: Neue Publisher AGB werden nicht eingeführt
Gestern erreichte uns im Postfach eine E-Mail von zanox. Dort kündigte das Affiliate-Netzwerk eine Änderung der AGB an. (Betreff: Informationen zur Aktualisierung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) für Publisher). Leider erwischt man sich ja oft dabei, solche E-Mails zu überfliegen und nicht genauer zu lesen, geschweige denn die AGB Punkt für Punkt neu durchzugehen. Zudem erweckt zanox gleich zu Beginn der E-Mail den Eindruck, dass es sich eher um kleine Änderungen handelt: „Die Änderungen umfassen insbesondere auch sprachliche Verbesserungen, um Aktualisierungen und Weiterentwicklungen des zanox Netzwerks und UI der letzten Jahre abzubilden[…]“.

Wenn man sich aber nun genauer einliest, fällt ein neuer Punkt ins Auge: das sogenannte Umgehungsverbot. Doch was versteckt sich hinter diesem Überbegriff?

Zanox schreibt hier seinen Publishern vor, dass diese außerhalb von zanox und innerhalb 6 Monaten nach Beendigung mit den dort beworbenen Advertisern keine neue Kooperationen eingehen dürfen. Ansonsten wird eine verhältnismäßig hohe Vertragsstrafe angesetzt. Diese beläuft sich auf das Sechsfache der durchschnittlichen Provision, die der Publisher in den vergangenen 12 Monaten erwirtschaftet hat. Unserer Meinung nach eine drastische Änderung, die große Risiken für die Publisher birgt.

Uns fallen dazu spontan zwei Szenarien ein, die nicht weit hergeholt sind:

  1. Ein Publisher entscheidet sich mit Partnerprogramm X von zanox zu z.B. affilinet oder Tradetracker zu wechseln, weil er dort bessere Provisionen und/oder Kickback verhandeln konnte.
    –> ein sofortiger Wechsel ist überhaupt nicht mehr möglich. Erst nach 6 Monaten ohne aktive Bewerbung des Partnerprogramms dürfte der Publisher laut AGB wechseln (sofern das Partnerprogramm auch weiter bei zanox läuft).
  2. Langjährige Top-Publisher wechseln nach einiger Zeit durch Anfrage des Advertisers oder des Publishers selbst in ein exklusives internes Affiliate-Programm.
    –> So ein Vorgang wäre künftig unterbunden. Sobald zanox davon Kenntnis erlangt, wird eine Vertragsstrafe fällig.

Auch generell wird dem Publisher hier die Auswahl und Wechselfreiheit der Netzwerke stark unterbunden. Warum darf ich als Publisher plötzlich nicht mehr entscheiden, ob ich – sei es auch grundlos – zu einem anderen Netzwerk wechslen möchte?

Hier noch der genaue Wortlaut des neuen AGB Punkts 2.5:


2.5 Der Publisher verpflichtet sich, während der Laufzeit dieses Vertrages sowie für weitere sechs (6) Monate nach dessen Beendigung weder direkt noch indirekt über ein anderes Netzwerk oder einen anderen Dienstleister unter Umgehung von ZANOX mit einem Advertiser, mit dem der Publisher über das ZANOX Netzwerk kooperiert hat oder der von ZANOX für eine Kooperation vorgeschlagen wurde, zu kooperieren oder darauf gerichtete Verhandlungen zu führen, wenn die jeweilige Kooperation auch über das ZANOX Netzwerk möglich wäre. Sollte der Publisher schuldhaft gegen die vorstehende Verpflichtung verstoßen, kann ZANOX den Vertrag mit sofortiger Wirkung kündigen und vom Publisher die Zahlung einer Vertragsstrafe verlangen. Die Vertragsstrafe beläuft sich auf das Sechsfache der durchschnittlichen monatlichen Provisionen, die der Publisher in den vergangenen zwölf (12) Monaten vor ZANOX‘ Kenntnis von dem Verstoß im Rahmen seiner Teilnahme am Partnerprogramm des betreffenden Advertisers erhalten hat, was einer Schätzung des ZANOX entstandenen Schadens entspricht.[…] Quelle


Die neuen AGB werden ab dem 12. März 2014 in Kraft treten. Die Affiliate-Szene sollte das Ganze nicht unkommentiert lassen. Wir halten es in jedem Fall für eine sehr, sehr fragwürdige Änderung mit einer klaren Benachteiligung des Publishers. Zanox versucht mit dieser AGB-Änderung ganz deutlich die freie „Marktwahl“ zu untergraben – ein Schuß, der auch nach hinten los gehen kann!

Wir haben zanox am 12.02. um Stellungnahme gebeten. Eine baldige Antwort wurde uns von der PR Abteilung von zanox bereits zugesagt. Sobald wir die Antworten vorliegen haben, werden wir diese hier unverzüglich veröffentlichen.

UPDATE 12. Feb. 19 Uhr: zanox hat uns eine Stellungnahme zukommen lassen, ist dabei aber leider (noch) nicht auf unsere expliziten Fragen eingegangen, sondern hat die Stellungnahme eher allgemein gehalten:


zanox Stellungnahme AGB Änderungen

zanox hat im Februar seine Publisher über die Einführung der neuen zanox AGB zum 12. März 2014 hingewiesen. Wie bei jeder AGB- und Vertragsänderung können Publisher, die nicht mit den Änderungen einverstanden sind, dagegen widersprechen. Auch hierüber hat zanox alle Publisher informiert.

Zur angesprochenen Klausel 2.5 der neuen zanox AGB – dem sogenannten „Umgehungsverbot“

Das Affiliate-Business basiert auf einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Advertiser, Publisher und Netzwerk. Grundvoraussetzung für diese Zusammenarbeit sollte eine gegenseitige Verlässlichkeit und Offenheit in der Zusammenarbeit sein. Hier versucht die Klausel 2.5 für alle Beteiligten eine klare Regelung in der gemeinsamen Zusammenarbeit zu finden.

Diese Vereinbarung – ist zudem nicht neu, sie wurde jedoch auf vielfachen Wunsch auch unserer Kunden und Partner klarer formuliert. Auch in den bisherigen Publisher und marketplace AGB gab es eine entsprechende Vereinbarung. Mit einer Vielzahl von Publishern haben wir auch vor der Änderung der AGB eine derartige Vereinbarung getroffen.

Da die alten Klauseln in der Vergangenheit immer wieder zu Verwirrung und Unklarheit geführt haben, gibt es nun eine deutlichere und transparentere Regelung – zum Vorteil aller Publisher, Advertiser und auch von zanox. Mit der Sicherheit, dass die Spielregeln nun für alle klar formuliert sind, kann zanox Publisher noch besser betreuen und langfristige erfolgreiche Partnerschaften zwischen Publishern und Advertisern aufbauen, pflegen und weiter ausbauen.
Das Umgehungsverbot gilt explizit für Kooperationen, die über zanox als Netzwerk zu Stande gekommen sind. Eine entsprechende Klausel auf Advertiser-Seite gibt es schon seit längerem.

Die Nachverfolgung von gravierenden Verstößen gegen diese Klausel sind einzelfallabhängig, etwa davon, was zanox im Vorfeld in den Aufbau der Partnerschaft investiert hat und mit welchem Vorlauf der Publisher zanox informiert hat.


Die angesprochene alte Passage gibt es zwar, dennoch war von der jetzigen Deutlichkeit, was Zeitraum und Höhe der Vertragsstrafe betrifft, keine Rede. Dies dann noch als Vorteil für Publisher auszulegen ist für uns weiterhin sehr fragwürdig.

Wie ist Eure Meinung? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!

Reaktionen aus der Affiliate-Szene:
Todesstoß für zanox-Publisher?kolumne24
Zanox: Neue AGB erschrecken die Publisher100partnerprogramme
– Zanox in der Kritikinternetworld
Zanox hat nichts verstandenstartdowns

UPDATE 14. Februar 18:45 Uhr: Neue Publisher AGB werden nicht eingeführt

Share Button


14 Kommentare für “zanox AGB Änderungen – großes Risiko für Publisher?”

  1. Thomas

    Huih, diese Änderung ist echt hart. Vor allem die hohe Vertragsstrafe ist meiner Meinung nach echt überdimensioniert angesetzt. Wie wird denn sowas ausgerechnet?….

    Antworten
    1. Thomas

      Das steht ja im Punkt 2.5. „Die Vertragsstrafe beläuft sich auf das Sechsfache der durchschnittlichen monatlichen Provisionen, die der Publisher in den vergangenen zwölf (12) Monaten vor ZANOX‘ Kenntnis von dem Verstoß im Rahmen seiner Teilnahme am Partnerprogramm des betreffenden Advertisers erhalten hat, was einer Schätzung des ZANOX entstandenen Schadens entspricht.“

    2. Thomas M.

      Hi Thomas,
      ja genau das habe ich auch gelesen. Was mich eher interessiert, wie man denn auf so eine üppige Schätzung kommt?
      VG

  2. Stefan K.

    Meiner Meinung nach echt frech von zanox. Da hätte ich von so einem großen Netzwerk mehr Fingerspitzengefühl erwartet. Ich werde noch vor eintreten der neuen AGB so viele Partnerprogramme wie möglich in andere Netzwerke umziehen… bis auf die paar exklusiven PPs ja kein Problem.

    Antworten
  3. Christian

    Ich finds auch ehrlich unter aller Sau und werde bei sämtlichen Advertisern, die auch in anderen Netzwerken vertreten sind, meine Partnerschaft bei zanox kündigen und meine Geschäfte über die Konkurrenz abwickeln.

    Ein abgeschwächtes Umgehungsverbot gibt es im übrigen bereits in den seit 01.10.2008 geltenden Publisher AGBs von Zanox, hier heißt es in Ziffer 3.4:

    „Während der Laufzeit dieses Vertrages ist es dem Publisher nicht gestattet, mit einzelnen Advertisern des zanox Netzwerkes unter Umgehung von zanox direkt oder indirekt Verträge über die vertragsgegenständlichen Leistungen abzuschließen, bzw. darauf gerichtete Verhandlungen zu führen.“

    Jedoch nix von Vertragsstrafe geregelt, das mit dem „indirekt“ könnte man aber auch so auslegen, dass der Netzwerkwechsel schon jetzt verboten war…

    Antworten
  4. Karl

    Die Klausel ist als Benachteiligung zu betrachten und könnte vor Gericht kaum standhalten. Vor allem der der berechnete Schadensersatz würde wohl in jedem Zivilverfahren in dieser Art und Weise scheitern. Nun stellt sich die Frage, was für Juristen die Zanox AG beschäftigt? Sind es noch Studenten, die keine Ahnung von der Materie haben oder haben die Geschäftsführer selbst Hand angelegt. Eigentlich bleibt nur, bei Zanox zu kündigen und lieber mit den verbleibenden zusammenzuarbeiten. Wir bieten bei Zanox ein PP-Netzwerk und waren nicht, so wie Zanox da sin seiner Stellungnahme ausdrückt, mit einer solchen Bedingung einverstanden. Das ist völlig inakzeptabel.

    Antworten
  5. Pingback: Todesstoß für Zanox-Publisher? | Kolumne24.de

  6. Pingback: Zanox: Neue AGB erschrecken die Publisher » » Affiliate-Marketing-Blog

  7. Michael

    Die Konsequenz sollte sein:
    – Wechseln in ein alternatives Netzwerk oder in das exklusive des Merchants
    – Kündigung bei Zanox

    Ich kenne Zanox sowohl als Merchant als auch als Publisher und war nie wirklich zufrieden mit der dortigen Geschäftspolitik.

    Antworten
  8. Marco

    hmm in Absatz 13 der AGB steht, dass man als Publisher auf elektronischem Wege über die neue Fassung informiert wird. Erst wenn man daraufhin nicht widerspricht, gilt die Änderung.

    Hat außer mir noch jemand bisher keine Mail bekommen? Ich würde ja ganz gerne widersprechen, um zu schauen, ob zanox flexibel ist, was das Umgehungsverbot angeht 😀 …dazu müssen sie mir aber erstmal schreiben.

    Antworten
    1. Christian

      Ich wurde am 11. Februar, also vor zwei Tagen, per Mail über die neuen AGB informiert…

  9. Karl

    Da hat wohl die Rechtsabteilung von Zanox geschlafen, denn die Klausel mit der Vertragsstrafe ist so gar nicht gültig und rechtlich durchsetzbar. Trotzdem find ich es sehr lachhaft, dass Zanox nun die eigenen Publisher so vergrault. Hoffentlich merken die es selber wenn Sie Ihren Jahresabschluss erstellen.

    Antworten
  10. Tobinger

    Ich schreibe gerade meine Advertiser an und informiere sie über meine anstehende Kündigung meines Zanox-Accounts.

    Ich hoffe, dass hier auch seitens der Advertiser Druck auf Zanox gemacht wird oder diese sich so vielleicht ebenfalls zu einem Wechsel entscheiden.

    Eine gleichzeitige Kooperation über verschiedene Netzwerke zu untersagen mag ja vielleicht noch in Ordnung sein aber die Nachlaufzeit von 6 Monaten geht überhaupt nicht.

    Gruss
    Tobinger

    Antworten
  11. Pingback: zanox lenkt ein: Publisher AGB Update tritt nicht in Kraft | Cash4webmaster

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

Follow us!



Über Deals und Sonderaktionen informiert werden? Kein Problem mit dem kostenlosen cash4webmaster-Newsletter:

Name:
E-Mail:
 

* Der Newsletter-Empfang ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden